Gruppen mit arbeits- und berufsbezogenen Themen gehören zum Standartangebot einer Reha- Einrichtung. Die Gruppen sollten in das gesamte Therapiekonzept der Einrichtung integriert sein. Beobachtungen und Informationen über die teilnehmenden Patienten werden in Teamsitzungen an das interdisziplinäre Team weitergegeben und fliessen so in das gesamte Behandlungskonzept des einzelnen Patienten ein.
Praxisbeispiel: Gruppe Arbeitsleben
Die Gruppe Arbeitsleben richtet sich an Patienten, bei denen (meist im Aufnahmegespräch) Konflikte am Arbeitsplatz erkennbar werden, die eine Rückkehr an den Arbeitsplatz gefährden oder bereits zur Kündigung geführt haben. Die Gruppe wird bewusst nicht „Mobbing“-Gruppe genannt um eine neutrale Ausgangsbasis zu schaffen. Die Gruppe wird geleitet von einer Psychotherapeutin, der Sozialarbeiterin und einem Arbeitstherapeuten. Sie ist in 3 Module unterteilt. Jeweils werden einerseits Begriffe geklärt und Informationen vermittelt, andererseits die persönliche Situation der Gruppenteilnehmer in der Gruppe besprochen und Lösungswege gesucht.
So werden in dem Modul Arbeitstherapie Themen wie Strukturwandel in der Arbeitswelt, Belastungs-Beanspruchungskonzept, Arbeitszufriedenheit und Wechselwirkungen zwischen arbeitsbezogenen Störungen und Selbstbild der Betroffenen besprochen und Möglichkeiten und Zielsetzungen arbeitstherapeutischer Maßnahmen während der Reha in der Schloßklinik erörtert.
In dem Modul Sozialarbeit werden typische sozialrechtliche Begriffe wie Arbeitsfähigkeit und Leistungsfähigkeit geklärt, Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen aus Rentenrecht, Arbeitsrecht, Schwerbehindertenrecht vermittelt.
In dem psychologischen Modul werden Begriffe wie Konflikt, Mobbing, Stress geklärt, seelische Folgen von Arbeitsplatzkonflikten erörtert und Möglichkeiten einer psychotherapeutischen Intervention. Es wird eine realistische Zielsetzung zur Lösung eines jeweils individuellen Konfliktes gesucht, es wird eine Ursachenanalyse durchgeführt und über Veränderungsmöglichkeiten nachgedacht, Veränderungen am Arbeitsplatz, vor allem aber auch eine Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten und der Stressbewältigung angebahnt. Die Gruppengröße beträgt 10 Patienten. Da die Gruppe in das gesamte Therapiekonzept der Klinik integriert ist, werden Beobachtungen und Informationen über die teilnehmenden Patienten an die anderen mitbehandelnden Therapeuten weitergegeben und fließen so in das gesamte Behandlungskonzept des einzelnen Patienten ein.


