Die SchlossklinikBad Buchau  

 

 

Arbeits- und berufsbezogenebezogene Maßnahmen in der medizinischen Rehabilitation

(Praxisbeispiel Schloss Bad Buchau / Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm)


Studie zum Buchauer Modell®

"Die Ergebnisse der Studie sprechen für eine Wirksamkeit der Arbeitstherapie."

"In der Areitstherapie finden sich auch Hinweise auf eine Verbesserung der Arbeitsmotivation."

"Beide berufsbezogenen Maßnahmen finden eine hohe patientenseitige Akzeptanz."

"In der Arbeitstherapie steigerte sich die Leistungsfähigkeit aus Sicht der Patienten."

Quelle: Link zur Studie


Wesentliches Ziel der medizinischen Rehabilitation im Auftrag der Rentenversicherung ist seit jeher die Wiederherstellung des beruflichen Leistungsvermögens und die Förderung der beruflichen Wiedereingliederung. Im Zuge der derzeitigen tief greifenden Veränderungen in Arbeitsleben und Gesellschaft rücken berufsbezogene Aufgaben in der medizinischen Rehabilitation und eine möglichst enge Verzahnung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation noch mehr ins Zentrum der Rehabilitation. Damit gewinnen sowohl eine qualifizierte Leistungsbeurteilung als auch konkrete Hilfestellungen zur beruflichen Wiedereingliederung an Bedeutung. Das Buchauer Modell® haben wir 2000 entwickelt und befindet sich seit 2001 in der praktischen Erprobung. Eine wissenschaftliche Studie (2007-2009) zeigt deutliche Effekte, die für eine Wirksamkeit dieses Konzeptes sprechen. In einem eigenen Bereich Arbeitstherapie wurde das Modell installiert und erprobt. Es liefert objektive Daten für die Beurteilung des beruflichen Leistungsvermögens und Hilfen zur beruflichen Reintegration. Im folgenden sollen die verschiedenen Bausteine vorgestellt werden.

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Forschung


Evaluation berufsbezogener Maßnahmen in der psychosomatischen Rehabilitation – Arbeitstherapie und interne Belastungserprobung

Arbeits- und berufsbezogene Maßnahmen besitzen in der Schlossklinik Bad Buchau eine lange Tradition. Bereits seit 1995 führt die Schlossklinik Belastungserprobungen durch. 2001 wurde das Buchauer Modell® mit arbeitsstherapeutischen Inhlaten installiert. Das Buchauer Modell® bildet mit seinen diagnostischen und therapeutischen Bausteinen ein ganzheitliches arbeitstherapeutisches Konzept auf der Grundlage der ICF. Angesichts der Hauptzielsetzung der Rehabilitation verbunden mit Gutachtenbeauftragung an die verantwortlichen Behandler und aufgrund des Stellenwertes der Erwerbstätigkeit in der Gesellschaft und im Leben des Einzelnen sind Arbeit/Beruf und Gesundheit bzw. Krankheit die zentralen Themen in der Rehabilitation. Von Beginn an war und ist es unser Anliegen die Behandlungsqualität im Dienste unserer Patienten und entsprechend der Zielsetzung der Kostenträger kontinuierlich zu verbessern. Daher steht das Buchauer Modell® mittlerweile für ein differenziert ausgearbeitetes therapeutisch-diagnostisches Angebot, dessen Kern die Arbeitstherapie und die (interne) Belastungserprobung bilden. Diese beiden Angebotsformen stellen seit der Einführung des neunten Sozialgesetzbuchs im Juni 2001 gesetzlich geforderte Bestandteile der Leistungen medizinischer Rehabilitation dar. Zumindest seit diesem Datum rückten in die medizinische Rehabilitation integrierte berufliche Maßnahmen ins Zentrum der Aufmerksamkeit sowohl der Praxis als auch der Forschung.

Zwischenbericht zum Projekt „Spezifische Effekte und Indikationskriterien berufsbezogener Therapieangebote im Rahmen der psychosomatischen Rehabilitation von chronifizierten Patienten“
Hintergrund und Zielsetzung: Seit April 2007 führt die Schlossklinik Bad Buchau im Rahmen der Kooperation mit der Universität Ulm das durch die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg geförderte o.g. Projekt durch. Zielsetzung dieser Studie ist die wissenschaftliche Überprüfung der im Rahmen des
Buchauer Modell® angebotenen Arbeitstherapie und Belastungserprobung im Hinblick auf das Erleben der Patienten und auf die Wirksamkeit hinsichtlich verschiedener Ergebniskriterien. Die Ergebnisse sollen die aktuelle Qualität dieser Maßnahmen erfassen und Ansatzpunkte zu deren weiterer Verbesserung liefern. Das Projektende ist geplant zum März 2009.
Methode: Das Vorgehen nach einem Kontrollgruppen-Design umfasst vier Erhebungszeitpunkte (Beginn und Ende der Heilbehandlung sowie telefonische Nachbefragungen 3 und 12 Monate nach Abschluss der Behandlung). Im Rahmen der ersten Nachuntersuchung konnten 139 der ursprünglich 168 Studienteilnehmer telefonisch befragt werden. Erste Zwischenergebnisse werden an dieser Stelle berichtet.
Zwischenergebnisse: Die Hypothese, dass das therapeutische Angebot Arbeitstherapie positiver bewertet wird als die vorwiegend diagnostisch ausgerichtete Belastungserprobung kann aufgrund dieser Daten bestätigt werden: 83% der AT-Teilnehmer im Vergleich zu 63% der BE-Teilnehmer geben zum Katamnesezeitpunkt an, die Maßnahme habe ihnen gefallen, 69% der AT-Gruppe bewerten das Angebot als hilfreich im Unterschied zu 22,5% der Patienten der BE-Gruppe. Im Anschluss an die Heilbehandlung erhielten 31,3% der Patienten der therapeutischen Gruppe und 12,5% der diagnostischen Gruppe weiterführende berufliche Unterstützungsmaßnahmen, Rente aufgrund Erwerbsminderung erhalten mittlerweile acht der 139 Studienpatienten, vier davon sind der BE zugeordnet, je zwei stammen aus den beiden anderen Gruppen. Anhand von Mittelwertsvergleichen konnten die folgenden Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen festgestellt werden: Die Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit in der AT-Gruppe fällt sowohl zum Beginn der Rehabilitationsmaßnahme als auch bei Beendigung signifikant besser aus als diejenige der BE-Gruppe, obwohl in beiden Gruppen eine Verbesserung festzustellen ist. Ebenso zeigt sich eine höhere selbst eingeschätzte allgemeine und auch berufliche Leistungsfähigkeit bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ebenso wie bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Keine bedeutsamen Unterschiede fanden sich zur Arbeitszufriedenheit, zur berichteten Belastung durch die Arbeit sowie in den Aussagen zur Rehamotivation. Signifikant unterschiedlich erwiesen sich die Therapeuteneinschätzungen der Gruppen zum Aufnahmezeitpunkt hinsichtlich der Skalen ‚psychogene körperliche Beeinträchtigung’, ‚Behandlungsmotivation’ und ‚Rentenwunsch’. Daten zum Beschäftigungsstatus bei Aufnahme zeigen die ausgeprägte berufsbezogene Problematik der Studienteilnehmer: lediglich 25% (22) der Versuchsgruppenteilnehmer waren zum Aufnahmezeitpunkt vollschichtig erwerbstätig, 25% (22) waren arbeitslos gemeldet und rund 40% krankgeschrieben. Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsdauer in den zurückliegenden 12 Monaten lag zu Rehabeginn Patientenangaben zufolge in der AT-Gruppe zwischen 3 und 6 Monaten, in der BE-Gruppe sogar über 6 Monaten.
Diskussion: Es liegen erste hypothesenkonforme Ergebnisse der Studie vor. Die Auswertung anhand von Vergleichen mit Kontrollgruppendaten sowie bezüglich der Erfolgsmaße wird derzeit durchgeführt. Eine Vorstellung dieser Ergebnisse im Rahmen von Vorträgen ist geplant.

Dipl.-Psych. Nicola Epple


Ansprechpartner

Prof. Dr. Jörg Oster

Psychologischer Psychotherapeut

Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Am Hochsträß 8

D-89081 Ulm

Tel. 0731 500 61841

Fax 0731 500 61822

www.uniklinik-ulm.de/psychosomatik

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Belastungserprobung


Die interne arbeits- und berufsbezogene Belastungserprobung ist eine primär diagnostische Maßnahme. Sie ist regelhaft integriert in das Standarduntersuchungs- und Behandlungsprogramm der Klinik.

Die Belastungserprobung wird bei Patienten beider Fachrichtungen durchgeführt, zahlenmäßig bei psychosomatischen Patienten häufiger als bei neurologischen, weil bei psychosomatischen Patienten in der Regel mehr unspezifische Beschwerden (Schmerzen, Müdigkeit, Schwäche ...) bestehen und weniger klar definierte Störungen, aus denen das berufliche Leistungsvermögen abgeleitet werden kann. Das gesamte Programm zu Beurteilung des beruflichen Leistungsvermögens umfasst die folgenden Bausteine:

 

1.  2 oder 3 Tage nach Aufnahme in die Klinik nehmen die Patienten an einer einmaligen Informationsgruppe Sozialmedizin teil, die von der Sozialarbeiterin der Klinik geleitet wird. In dieser Gruppe werden grundlegende Informationen über sozialrechtliche Fragen gegeben (z. B. krank ist nicht gleich arbeitsunfähig oder GdB bedeutet nicht Rentenanspruch ...), um typische Missverständnisse von Patienten auszuräumen. Gleichzeitig wird mit der Gruppe erreicht, dass das Thema Leistungsbeurteilung zu Beginn der Reha offen gelegt wird, die Patienten in der Gruppe ihre eigene Situation ansprechen und die Problematik enttabuisieren und schließlich ein erster Kontakt zur Sozialarbeiterin hergestellt wird. Durch die Offenlegung der Problematik wird gleichzeitig ein verdecktes Agieren betroffener Patienten in therapeutischen Gruppen vermieden (oder verringert).

 

2.  Die eigentliche Belastungserprobung in Werkstätten der Klinik, durchgeführt von den Arbeitstherapeuten der Klinik, in der Regel in einer Dauer von 2,5 Tagen.

 

3.  Eine neuropsychologische Untersuchung zur Einschätzung des kognitiven Leistungsvermögens bei den Patienten, die über Beeinträchtigungen von Gedächtnis, Konzentrationsvermögen etc. klagen, bei Patienten mit einer mittelgradigen oder schweren Depression und schließlich bei Patienten bei denen eine berufliche Neuorientierung (ggf. Umschulung) in Betracht kommt.

 

4.  Teilnahme an der Gruppe Arbeitsleben, die von einer Psychologischen Psychotherapeutin, der Sozialarbeiterin und einem Arbeitstherapeuten geleitet wird. Ihr werden Patienten zugeordnet, bei denen im Aufnahmegespräch relevante Konflikte am Arbeitsplatz aufgedeckt werden.

 

5.  Einzelberatungsgespräche mit der Sozialarbeiterin der Klinik und/oder dem Rehafachberater der Rentenversicherung.

 

6.  Abschließende Teamkonferenz, an der Bezugstherapeut, Arbeitstherapeut, Sozialarbeiterin, Neuropsychologe, Oberarzt und Chefarzt teilnehmen. In dieser Gruppe werden alle für das Leistungsvermögen relevanten Informationen zusammengetragen und die endgültige Leistungsbeurteilung festgelegt. Sie wird anschließend vom Bezugstherapeuten mit dem Patienten besprochen.

 

Parallel zu diesem strukturierten Programm der Leistungsbeurteilung erhalten die Patienten ihr individuelles Behandlungsangebot in Form somatischer und/oder psychotherapeutischer Einzel- und Gruppenbehandlungen.

 

Die eigentliche Belastungserprobung wird von ausgebildeten Arbeitstherapeuten in Werkstätten der Klinik in mehreren Schritten durchgeführt: Als erstes erheben die Arbeitstherapeuten eine berufsbezogene Anamnese, in der sie detaillierte Informationen über Ausbildung, ausgeübten Beruf, den letzten Arbeitsplatz und vor allem die eigene Einschätzung von besonderen Belastungen während Ausbildung und Arbeit erfragen. In dem anschließenden Theorieteil werden anhand von Arbeitsblättern berufsübergreifende Kenntnisse wie das Lesen technischer Zeichnungen, Ausmessen von Winkeln, Grundrechenarten getestet. Anschließend werden Fertigkeiten wie Gewinde prüfen, Ausmessen von Werkstücken etc. überprüft. Dieser Theorieteil erstreckt sich über mehrere Tage in jeweils 1-stündigen Terminen. Die sich anschließende praktische Erprobung dauert einen halben und 2 ganze Tage. Die praktische Erprobung ist in der Regel berufsunspezifisch, wobei wir uns bemühen, der beruflichen Tätigkeit des Betroffenen möglichst nahe zu kommen.

 

Wir verfügen über die Bereiche Büro und EDV, Hauswirtschaft und Küche, eine Holzwerkstatt sowie eine CNC-gesteuerte Fräse, mit deren Hilfe das Programmieren CNC-gesteuerter Maschinen und die praktische Durchführung von CNC-gesteuerter Werkstückbearbeitung erprobt werden kann. Mit Hilfe eines professionellen 3-D-CAD-Programmes können Konstruktionen im Holz-, Kunststoff- und Metallbereich erstellt werden. Zusätzlich zu den vorgenannten Arbeitsbereichen kommt der Bereich Lagerverwaltung hinzu, der die Versorgung der anderen Bereiche mit den notwendigen Arbeitsmaterialien vornimmt.

 

Die Arbeitsleistung der Patienten in den jeweiligen Arbeitsbereichen wird anhand eines standardisierten Beurteilungsverfahrens, das auf dem ERTOMIS - Hilfen zur Berufsfindung fußt, von den Arbeitstherapeuten beurteilt und in einem Protokoll festgehalten. Fähigkeitsprofile nach Ertomis werden erstellt, diese können bei Bedarf auch in ein MELBA oder IMBA - Fähigkeitsprofil übertragen werden.  

 

Die Arbeitsschwere der durchgeführten Arbeiten liegt im leicht bis mittelschweren Bereich. Die Tätigkeiten werden im Sitzen und Stehen durchgeführt und beinhalten auch Überkopfarbeiten. Das Lager beinhaltet Boxen mit definiertem Gewicht durch deren Transport Belastungen durch Tragen und Heben getestet werden können.

 

Mess-, Prüf- und Kontrollarbeiten müssen nach festgelegten Zeitvorgaben und nach optischer und akustischer Taktvorgabe durchgeführt werden und simulieren damit Akkordarbeit. Die Ergebnisse werden EDV-gestützt aufgezeichnet und ausgewertet.

 

Im Bürobereich wird der kognitive Leistungsverlauf mithilfe von Cogpack ermittelt. In der Schlossklinik Bad Buchau wurde ein Konzept zur Selbst- und Fremdeinschätzung mit Cogpack entwickelt. Näher Informationen können der Zeitschrift Ergotherapie und Rehabilitation 3/07 entnommen werden.

 

Durch die Integration einer solchen Belastungserprobung in ein normales Heilverfahren von 3 bis 5 Wochen Dauer mit der Möglichkeit der Verhaltensbeobachtung in verschiedenen Klinikssituationen erhalten wir detaillierte Informationen über die körperliche Verfassung, die intellektuelle Leistungsfähigkeit, die körperliche und mentale Belastbarkeit, die Motivation, die Umstellungsfähigkeit, Teamfähigkeit und berufliche Eignung der Patienten.

 

Eine solche interne Belastungserprobung führen wir bei allen Patienten durch, bei denen die jeweiligen Bezugstherapeuten feststellen, dass eine problemlose Wiedereingliederung in das Berufsleben nicht möglich sein wird, d. h. bei den so genannten sozialmedizinischen Problempatienten, unabhängig davon ob sie unter vorwiegend somatischen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden.

 

Die Belastungserprobung führen wir nicht durch bei Patienten, bei denen eine Rückkehr in das Arbeitsleben aufgrund ihrer Erkrankung, ihres Alters, einer nicht befristeten Erwerbsunfähigkeitsrente ausgeschlossen ist. Wir legen keine fixe Altersgrenze zugrunde, sondern beziehen grundsätzlich alle Patienten ein, bei denen vom Kostenträger eine Beurteilung des beruflichen Leistungsvermögens gefordert wird.

 

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Arbeitstherapie


Die Arbeitstherapie wird von Arbeitstherapeuten in den Werkstätten der Klinik durchgeführt. Ziel der Arbeitstherapie ist es, konkrete Hilfestellung für die Rückkehr an einen Arbeitsplatz zu leisten. Einbezogen werden einerseits Patienten, die einen Arbeitsplatz haben und denen durch die Arbeitstherapie geholfen werden soll, wieder an ihren konkreten Arbeitsplatz zurückzukehren. Beispiel: Patient mit einem PC-Arbeitsplatz und neu aufgetretener Armlähmung wird auf einhändige Bedienung des PC trainiert.

 

Weiterhin werden Patienten einbezogen, die einen Arbeitsplatz haben, diesen aber krankheitsbedingt nicht mehr ausüben können und denen in der Arbeitstherapie geholfen wird, sich für eine andere Tätigkeit in dem Betrieb zu qualifizieren. Auch hier geht es oft um das Einführen in oder das Trainieren von PC-Programm. Handelt es sich um Patienten, bei denen durch eine neurologische Erkrankung Funktionsstörungen entstanden sind, können in den Werkstätten handwerkliche Tätigkeiten überprüft und trainiert werden mit dem Ziel der Funktionsverbesserung und realistischen Einschätzung verbliebener Defizite. Ist eine Rückkehr in den Betrieb nicht möglich oder besteht kein Arbeitsverhältnis mehr, können in der Arbeitstherapie persönliche Fähigkeiten und Stärken, z.B. handwerkliches Geschick, Interesse und Motivation überprüft und mit beruflichen Anforderungsprofilen abgeglichen werden, als Vorbereitung für eine weitergehende berufliche Rehabilitation. Bei solchen Patienten wird in der Regel eine umfangreiche neuropsychologische Untersuchung durchgeführt, um die kognitiven Voraussetzungen für mögliche umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen zu überprüfen. Ergeben sich in der Arbeitstherapie Zweifel bzgl. der Belastbarkeit, kann die Arbeitstherapie ergänzt werden durch eine Belastungserprobung. In der Arbeitstherapie stehen im Übrigen die gleichen Arbeitsbereiche zur Verfügung, wie bei der Beschreibung der Belastungserprobung ausgeführt: Büro/EDV, Holzwerkstatt, Hauswirtschaft und Küche, Lagerverwaltung und CNC-gesteuerte Fräse.

 

Die arbeitstherapeutischen Termine werden individuell geplant. Arbeitstherapie ist Einzeltherapie. Es finden in der Regel 1-stündige arbeitstherapeutische Behandlungen parallel zum übrigen therapeutischen Programm des Patienten statt. Am Beginn steht wieder eine ausführliche arbeitstherapeutische Anamneseerhebung, aus der sich dann das Behandlungsprogramm ergibt. Zusätzlich zu den diagnostischen und therapeutischen Terminen mit dem Arbeitstherapeuten haben die Patienten die Möglichkeit, eigenständig in dem Bereich zu üben, dem sie zugeteilt sind, also bspw. in der Werkstatt oder am PC. Gesamtzahl und Häufigkeit richtet sich nach der individuellen Situation und liegen zwischen 2 und 5 Stunden pro Woche.

 

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Gruppeangebote


Gruppen mit arbeits- und berufsbezogenen Themen gehören zum Standartangebot einer Reha- Einrichtung. Die Gruppen sollten in das gesamte Therapiekonzept der Einrichtung integriert sein. Beobachtungen und Informationen über die teilnehmenden Patienten werden in Teamsitzungen an das interdisziplinäre Team weitergegeben und fliessen so in das gesamte Behandlungskonzept des einzelnen Patienten ein.

 

Praxisbeispiel für ein Gruppenangebot: Gruppe Arbeitsleben

Die Gruppe Arbeitsleben richtet sich an Patienten, bei denen (meist im Aufnahmegespräch) Konflikte am Arbeitsplatz erkennbar werden, die eine Rückkehr an den Arbeitsplatz gefährden oder bereits zur Kündigung geführt haben. Die Gruppe wird bewusst nicht  „Mobbing“-Gruppe genannt um eine neutrale Ausgangsbasis zu schaffen. Die Gruppe wird geleitet von einer  Psychotherapeutin, der Sozialarbeiterin und einem Arbeitstherapeuten. Sie ist in 3 Module unterteilt. Jeweils werden einerseits Begriffe geklärt und Informationen vermittelt, andererseits die persönliche Situation der Gruppenteilnehmer in der Gruppe besprochen und Lösungswege gesucht.

 

So werden in dem Modul Arbeitstherapie Themen wie Strukturwandel in der Arbeitswelt, Belastungs-Beanspruchungskonzept, Arbeitszufriedenheit und Wechselwirkungen zwischen arbeitsbezogenen Störungen und Selbstbild der Betroffenen besprochen und Möglichkeiten und Zielsetzungen arbeitstherapeutischer Maßnahmen während der Reha in der Schloßklinik erörtert.

 

In dem Modul Sozialarbeit werden typische sozialrechtliche Begriffe wie Arbeitsfähigkeit und Leistungsfähigkeit geklärt, Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen aus Rentenrecht, Arbeitsrecht, Schwerbehindertenrecht vermittelt.

 

 In dem psychologischen Modul werden Begriffe wie Konflikt, Mobbing, Stress geklärt, seelische Folgen von Arbeitsplatzkonflikten erörtert und Möglichkeiten einer psychotherapeutischen Intervention. Es wird eine realistische Zielsetzung zur Lösung eines jeweils individuellen Konfliktes gesucht, es wird eine Ursachenanalyse durchgeführt und über Veränderungsmöglichkeiten nachgedacht, Veränderungen am Arbeitsplatz, vor allem aber auch eine Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten und der Stressbewältigung angebahnt. Die Gruppengröße beträgt 10 Patienten.

 

Weitere Gruppenangebote unter News

 

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Arbeitstherapeutische Eignungsuntersuchung


Patienten, bei denen eine grundlegende berufliche Neuorientierung (Umschulung, umfangreiche Qualifizierungsmaßnahme) erforderlich ist, werden ausführlich arbeitstherapeutisch untersucht. Untersucht werden die Grundfähigkeiten der Betroffenen, ihr Auffassungsvermögen, ihr Gedächtnis, die Schnelligkeit bei der Durchführung geistiger und manueller Routinearbeiten sowie schulische Grundkenntnisse.

 

Da es sich um Patienten handelt, die eine mehrwöchige stationäre Rehabilitationsmaßnahme in unserer Klinik durchführen, gewinnen wir für die Gesamtbeurteilung wesentliche andere Kriterien wie Motivation, Teamfähigkeit, Begabungsschwerpunkte, Belastbarkeit aus den anderen Bausteinen der Rehabilitationsbehandlung (aus den therapeutischen Gruppen, in ärztlichen Untersuchungen, der Neuropsychologie etc.)

 

Die arbeitstherapeutische Eignungsuntersuchung umfasst in der Regel die  Teilnahme  an  einer  2-tägigen Belastungserprobung und 6 Einzeltherapien in der Arbeitstherapie. Die einzelnen Testergebnisse werden in einem arbeitstherapeutischen Untersuchungsbericht protokolliert und zu einer Gesamtbeurteilung zusammengefasst. Zusammen mit den Ergebnissen aus anderen Bereichen, z.B. der Neuropsychologie bildet die arbeitstherapeutische Eignungsuntersuchung die Grundlage für die Vorbereitung weiterführender beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen, die von der Sozialarbeiterin mit den jeweiligen Kostenträgern eingeleitet werden.

 

Untersucht werden jüngere Patienten, in der Regel bis etwa zum 40. Lebensjahr, bei denen eine grundlegende berufliche Neuqualifizierung in Betracht kommt.

 

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Resumée


Aktuell versuchen wir, die Belastungserprobung zu kompletten Arbeitsgängen mit mehreren Patienten zusammenzufassen, gewissermaßen eine Übungsfirma zu bilden mit wöchentlich wechselnden „Mitarbeitern“, um die für das Berufsleben so wesentliche soziale Kompetenz der Patienten noch besser beurteilen zu können.

In der Mehrzahl der anderen Rehabilitationskliniken, die Belastungserprobungen durchführen, werden diese Maßnahmen aus dem Standardheilverfahren ausgegliedert und meist in Berufsförderungswerken durchgeführt. Das führt dazu, dass insgesamt nur wenige und meiste junge Patienten einbezogen werden. Das ist bei unserem Vorgehen anders. Wir beziehen (fast) alle Patienten ein, die arbeitslos oder langzeitkrank sind. In Zahlen ausgedrückt: Im Jahre 2004 nahmen von 1.850 Patienten dieses Jahrganges 645 an Belastungserprobung, Belastungserprobung und Arbeitstherapie, Arbeitstherapie allein oder psychologischer Eignungsuntersuchung teil. Das hat zur Folge, dass die behandelnden Ärzte und Psychotherapeuten sich dem Thema der Leistungsbeurteilung viel konkreter stellen müssen, als wenn diese Frage an eine andere Institution delegiert wird. Dadurch bekommt die Belastungserprobung, die ja zunächst ein rein diagnostisches Verfahren ist, auch eine therapeutische Bedeutung.

Schließlich hat die intensive Beschäftigung mit Arbeit, Leistungsvermögen und den damit zusammenhängenden sozialen Folgen in unseren Augen eine ganz wesentliche Bedeutung für die gesellschaftliche Legitimation der Rehabilitation, wie sie in Deutschland durchgeführt wird. Wenn der wesentliche Auftrag der Rehabilitation im Auftrage der Rentenversicherung die Erhaltung bzw. Wiederherstellung des beruflichen Leistungsvermögens darstellt, dann wird Rehabilitation sehr schnell zu einer fragwürdigen Bemühung in einer Zeit, in der auf der einen Seite mit staatlicher Förderung hunderttausende gesunder Frührentner leben und auf der anderen Seite gesundheitlich beeinträchtigte Menschen von der Reha in die Dauerarbeitslosigkeit entlassen werden. Diesen Konflikt kann man unsres Erachtens nicht dadurch lösen, dass man das Thema ausklammert, sondern nur dadurch, dass wir auch für die Patienten durchschaubare Kriterien der Leistungsbeurteilung entwickeln und anwenden. Das tun wir mit unserem Verfahren und nach unserer Erfahrung hilft dieses Vorgehen den Patienten, ihre oft bedrückende soziale Lage zu akzeptieren und den Therapeuten, die damit zusammenhängenden Konflikte zwischen therapeutischem Helfenwollen und nüchterner Begutachtung konstruktiv zu bewältigen.

Trotz des erheblichen Aufwandes, der mit einer solchen in das Standardheilverfahren integrierten Auseinandersetzung mit beruflichen Fragen verbunden ist, hat es sich nach unserer Einschätzung bewährt und „lohnt“ sich – vielleicht weniger in ökonomischer Hinsicht für die Klinik als für die Bewältigung der Herausforderungen der medizinischen Rehabilitation.  

 

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News

 


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ICF - Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit

 

Die "Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit" (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dient als länder- und fachübergreifende einheitliche Sprache zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren einer Person und stellt heute eine allgemein anerkannte Grundlage für ein umfassendes Verständnis des Rehabilitationsprozesses dar.

 

Die Anwendung der ICF in Deutschland ist geregelt in den Richtlinien über Leistungen zur medizinischen Rehabilitation des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 16. März 2004.

 

Zwischen den Ebenen  der Schädigungen, den damit verknüpften Fähigkeitsstörungen und den daraus resultierenden Beeinträchtigungen in der Lebensgestaltung besteht eine Wechselwirkung. Diese wiederum hat konkrete Auswirkungen auf das Selbstbild, Selbstvertrauen und das Selbstkonzept und beeinflussen die Motivation und das weitere Handeln des KlientenIn. Werden diese nicht berücksichtigt, bringen therapeutische oder medizinische Interventionen, oft nicht den erhofften Erfolg.

 

Wir haben ein praxisbezogenes "bio-psycho-sozialen Modell" auf der Grundlage des ICF entwickelt. Dieses findet nicht nur Anwendung in der Ergo- und Arbeitstherapie, sondern darüber hinaus verdeutlicht es auch, wie den am Rehabilitationsprozess beteiligten Berufsgruppen und den KlientenIn, dieses Konzept in praxisbezogener Form vermittelt werden kann. Das bio-psycho-soziale Modell bildet ein Baustein im Gesamtkonzept Buchauer Modell®.

 

 

 


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Forschung

19. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium in Leipzig

Präsentation der Ergebnisse

Evaluation berufsbezogener Maßnahmen in der psychosomatischen Rehabilitation – Arbeitstherapie und interne Belastungserprobung im Buchauer Modell®

Epple, N., Oster, J., Müller, G., von Wietersheim, J.

MEDIZINISCH-BERUFLICH ORIENTIERTE REHABILITATION I (Saal 2)
Dienstag 02.03.2010, 14:10 - 16:00 Uhr

Arbeits- und berufsbezogene Maßnahmen besitzen in der Rehabilitationsklinik Schloss Bad Buchau eine lange Tradition. Bereits seit 1995 führen wir unter der Bezeichnung „Buchauer Modell“ arbeits- und berufsbezogene Maßnahmen durch. Angesichts der Hauptzielsetzung der Rehabilitation verbunden mit Gutachtenbeauftragung an die verantwortlichen Behandler und aufgrund des Stellenwertes der Erwerbstätigkeit in der Gesellschaft und im Leben des Einzelnen sind Arbeit/Beruf und Gesundheit bzw. Krankheit die zentralen Themen in der Rehabilitation. Von Beginn an war und ist es unser Anliegen die Behandlungsqualität im Dienste unserer Patienten und entsprechend der Zielsetzung der Kostenträger kontinuierlich zu verbessern. Daher steht das Buchauer Modell® mittlerweile für ein differenziert ausgearbeitetes therapeutisch-diagnostisches Angebot, dessen Kern die Arbeitstherapie und die (interne) Belastungserprobung bilden. Diese beiden Angebotsformen stellen seit der Einführung des neunten Sozialgesetzbuchs im Juni 2001 gesetzlich geforderte Bestandteile der Leistungen medizinischer Rehabilitation dar. Zumindest seit diesem Datum rückten in die medizinische Rehabilitation integrierte berufliche Maßnahmen ins Zentrum der Aufmerksamkeit sowohl der Praxis als auch der Forschung.

 

In diesem Zusammenhang freuen wir uns über die Drittmittelförderung durch die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg für das Projekt „Spezifische Effekte und Indikationskriterien berufsbezogener Therapieangebote im Rahmen der psychosomatischen Rehabilitation von chronifizierten Patienten“, welches seit April 2007 in der Klinik im Rahmen der Kooperation mit der Universität Ulm durchgeführt wird. Zielsetzung dieser Studie, an der insgesamt 150 Patienten der Schlossklinik teilnehmen, ist die wissenschaftliche Überprüfung der aktuell angebotenen beruflichen Maßnahmen Arbeitstherapie und Belastungserprobung im Hinblick auf das Erleben durch die Patienten und auf die Wirksamkeit hinsichtlich verschiedener Ergebniskriterien. Das Vorgehen nach einem Kontrollgruppen-Design umfasst vier Erhebungszeitpunkte (Beginn und Ende der Rehabilitationsbehandlung sowie telefonische Nachbefragungen 3 und 12 Monate nach Abschluss der Behandlung). Dies dient der Überprüfung sowohl kurz- als auch, wie mittlerweile für qualitativ hochwertige Studien gefordert, langfristiger Effekte bei klarer Zuordenbarkeit dieser Effekte zu den einzelnen Untersuchungsgruppen. Die Ergebnisse sollen die aktuelle Qualität dieser Maßnahmen erfassen und Ansatzpunkte zu deren weiterer Verbesserung liefern. Das Projektende ist für März 2009 anvisiert. Wissenschaftliche Vorträge und Zeitschriftenbeiträge zu den Ergebnissen, sowie eine umfassende Darstellung und Diskussion des Projekts im Rahmen einer Dissertation sind geplant und in Vorbereitung. 


Ansprechpartner

Prof. Dr. Jörg Oster

Psychologischer Psychotherapeut

Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Am Hochsträß 8

D-89081 Ulm

Tel. 0731 500 61841

Fax 0731 500 61822

www.uniklinik-ulm.de/psychosomatik

 


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Selbst- und Fremdeinschätzung mit Cogpack

Wir haben ein Konzept zur Selbst- und Fremdeinschätzung mit Cogpack® entwickelt. Die therapeutische Anwendung von Cogpack® mit dem Konzept der Selbst- und Fremdeinschätzung dient dem Aufbau, der Stärkung und Stabilisierung eines positiven Selbstbilds. Es soll den Patienten an eine realistische Selbsteinschätzung heranführen und das Erleben der eigenen Wirksamkeit steigern. Dies ist in vielen Einsatzbereichen der Arbeits- und Ergotherapie von großer Bedeutung.  

 

In der Verbandszeitschrift Ergotherapie & Rehabilitation 3/07 wird dieses Konzept der Selbst- und Fremdeinschätzung mit Cogpack® ausführlich vorgestellt.

 


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Gruppen

Auch Arbeitstherapie unterliegt dem Strukturwandel in der Arbeitswelt. Neue Herausforderungen in der Medizinischen Rehabilitation verlangen neue Konzepte. Unter dem Aspekt der Aktivitäten und Teilhabe entwickeln und modifizieren wir Gruppenagebote. Arbeits- und berufsbezogene Gruppenangebote und Themen:

  • Gruppe: Produktorientierte Teamarbeit
  • Gruppe: Bewerbungstraining
  • Gruppe: Selbst- und Fremdeinschätzung mit Cogpack
  • Gruppe: PC-Schulung
  • Gruppe: Gartentherapie
  • Thema: Arbeitslosigkeit
  • Thema: Strukturwandel in der Arbeitswelt
  • Thema: Konflikte am Arbeitsplatz / Mobbing usw.

Weitere Infos zu Gruppenkonzepten Buchauer Modell® unter:

 

webmaster@arbeitstherapie.org

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Impressum

Das Buchauer Modell®  wurde entwickelt von:

 

Dr. med. H. D. Kuhlendahl  

Chefarzt i.R.

Steinachweg 15

88525 Dürmentingen

                                                                      

G. Rupp

Arbeitstherapeut

Blönriederstrasse 18

88371 Ebersbach - Musbach

Buchauer Modell® / Dr. med. H. D. Kuhlendahl / Georg Rupp

 

 

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